Bungee Jumping oder die Geschichte vom goldenen Fisch

Koproduktion Argekultur und Theater Direkt

Mit Larissa Enzi (Laura), Wolfgang Kandler (Roland), Jurij Diez (Osvald), Bina Blumencron (Pizzafrau),  Verena Birgit Holztrattner (Dramaturgie), Arthur Zgubic (Raum), Michael Kolnberger (Inszenierung)

Liebe – Erfolg – Reichtum – das sind wohl die drei wichtigsten Dinge im Leben des Menschen,  vielleicht nicht in dieser Reihenfolge, aber jeder strebt nach dem größtmöglichen Glück. Roland hat es geschafft im Leben gut dazustehen - abgeschlossenes Studium, toller Job, Eigentumswohnung, schönes Auto – eben alles was sich ein junger Mann nur wünschen kann. Ach ja und die Beziehung zu Laura natürlich. Die beiden sind sehr glücklich. Das behaupten sie jedenfalls. Die Ringe sind quasi schon gekauft. Am Weg zu einer Geburtstagsfeier, verirrt sich das Paar  in eine verlassene Gegend. Auf der verzweifelten Suche nach einer Bleibe für die Nacht, kommen die beiden zu einem Häuschen im Wald. Hier beginnt ein Horrortrip, der ihr Leben für immer verändern soll. Essentielle Parameter einer Beziehung wie Treue, Vertrauen oder  Loyalität, werden nun nicht nur auf die Probe gestellt, sondern erhalten eine völlig neue Bedeutungsebene. Der Herr des Hauses – ein einsamer Eremit namens Osvald - gewährt ihnen überraschend bereitwillig seine Gastfreundschaft. Doch schnell wird klar, dass sich hinter seiner hilfsbereiten Art, mehr als pure Selbstlosigkeit verbirgt. Die schöne Laura hat es ihm angetan. Er unterbreitet Roland ein unmoralisches Angebot, woraufhin dieser schneller als gedacht, sämtliche Prinzipien über Board wirft und seine Freundin, dem bedauernswerten Lustmolch überlässt. Osvald, welcher Laura bereits Tage zuvor am Wasser gesehen hatte, sieht in der Frau eine Muse, welche all seine sehnlichsten Wünsche erfüllen soll. Auch ihr verspricht er Unsummen an Geld und ein unbeschwertes Leben in Saus und Braus an seiner Seite. Für ihr vermeintliches Glück, würden die jungen Leute über Leichen gehen. Sie werden zum Spielball eines von Macht besessenen vereinsamten Menschen. Jedenfalls könnte man das im ersten Augenblick denken. War es vielleicht doch kein Zufall, dass es das Paar ausgerechnet in das Haus des verrückten Künstlers verschlagen hat? An späterer Stelle, wird klar, dass die Dinge nicht ganz so einfach auf der Hand liegen, wie sie im ersten Augenblick scheinen...

 

 

Mit diesem Stück, hat der estnische Autor Jaan Tätte, ein märchenhaftes Verwirrspiel geschaffen, das die Sehnsüchte, Träume aber auch Ängste und Schwächen der Gesellschaft reflektiert. Verrückte Zufälle, treiben den Plot, der sich schließlich zu einem sinnvollen Ganzen fügt, immer weiter. Durch Schnelllebigkeit und Erfolgsdruck, haben sich die Menschen zu leicht manipulierbaren Geschöpfen entwickelt. Keine Erniedrigung ist ihnen zu groß, so lange die Anzahl der Nullen stimmt. Roland und Laura, obgleich zwei intelligente junge Menschen, erweisen sich als rückgratlose Objekte dieser Maschinerie. Mit Osvald hat J. Tätte einen besonders interessanten Charakter geschaffen. Der auf den ersten Blick lüstern und hinterhältig erscheinende Eremit, erweist sich im Laufe des Stücks als gefühlsbetonter Poet, welcher sein gebrochenes Herz auf der Zunge trägt.

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