Traumberuf gefunden: So wird man Redakteurin

Jeden Tag das zu tun, was man liebt und dafür Geld zu bekommen – das würde ich als Traumberuf bezeichnen. Dass der sogenante Traumberuf für mich jener der Redakteurin ist, habe ich erst beim Schreiben meines Blogs gemerkt. Um meine wahre Berufung zu finden habe ich neben dem Studium viele Praktika und schlecht bezahlte Jobs absolviert. Ich bereue nichts davon - denn nur so wurde mir klar, dass das Schreiben über Kunst-, Kultur- und Lifestyle-Themen das Einzige ist, was ich machen möchte. 

 

WIE WIRD MAN REDAKTEURIN? 

Mit dem Berufswunsch Redakteurin ist das so eine Sache. Viele Wege führen ans Ziel. Natürlich gibt es einschlägige Studien, wie Publizistik, Journalistik oder Kommunikationswissenschaften, wo man das Handwerk des Schreibens lernt. Es ist aber auch nicht unbedingt ein Nachteil, ein anderes Fach zu studieren und dieses Interesse mit der Leidenschaft fürs Schreiben zu kombinieren. 

 

JOURNALISMUS STUDIEREN – JA, ODER NEIN? 

Wenn du die klassische Marketing- oder PR-Schiene anstrebst und in einem Konzern oder einer Agentur arbeiten möchtest, ist eine redaktionelle Ausbildung auf jeden Fall die beste Idee. In Salzburg gibt es sogar ein Kolleg für Journalismus. Die klassische Journalistenschule ist aber nicht der einzige Weg um ans Ziel zu kommen. Bei der Kronen Zeitung, wo beispielsweise ein unkonventioneller, lockerer Schreibstil an der Tagesordnung steht, würde ich eine solche Ausbildung schon fast als Nachteil sehen. 

 

SO IST ES MIR GELUNGEN, OHNE STUDIUM REDAKTEURIN ZU WERDEN

Wenn du dich zum Beispiel total für Musik und Bildende Kunst interessierst (so wie ich =), bietet es sich an, ein Kunststudium zu machen und während des Studiums bereits Praktika in Kulturinstitutionen wie der Pressestelle in einem Kulturbetrieb oder bei einem Verlag  zu sammeln. Ein abgeschlossenes Studium ist in Österreich SEHR wichtig. Wenn du schon ein bisschen Schreiberfahrung vorweisen kannst, wird es dir auch eher gelingen, als freie Autorin bei Zeitungen oder Magazinen unterzukommen. Auch wenn diese Jobs am Anfang nicht so gut bezahlt sind, war die Arbeit bei der Zeitung für mich eine wertvolle Erfahrung. Hier hast du Gelegenheit dir die Hörner abzustoßen und herauszufinden, ob Journalismus tatsächlich der richtige Beruf ist. 

Die nächste erstrebenswerte Station ist eine Fixanstellung in einer Agentur. Jeder Redakteur sollte zumindest für ein Jahr Agenturluft geschnuppert haben, bevor er sich selbst als solcher bezeichnet. Ich hatte nach dem Studium das Glück, in einer SEO- und Online Marketing Agentur unterzukommen. Somit konnte ich nicht nur sehr viel Erfahrung im Schreiben sammeln sondern konnte mir auch fundiertes SEO Know-how aneignen.   

 

DARUM IST DER EIGENE BLOG SO WICHTIG

Ein Blog ist eine super Möglichkeit zu zeigen, dass du ein Experte auf einem bestimmten Gebiet bist und zeigt, dass du gerne schreibst, dass du ein kreativer Kopf bist und dich darüber hinaus vielleicht auch mit Webseitengestaltung, Konzeptionierung und Suchmaschinen Optimierung auskennst und ein allgemeines Content-Verständnis mitbringst. Jeder der seine Website selbst erstellt hat, weiß, wie viele Stunden an Arbeit in so einem Projekt stecken. Mit einer eigenen Seite zeigst du, dass du ein Mensch bist der sich nicht davor scheut die „Extramile“ zu gehen. 

 

WAS MACHT EINE REDAKTEURIN? 

Redakteurin ist nicht gleich Redakteurin. Daher sind die Aufgabenbereiche des Redakteurs auch sehr weit gestreut. Als klassische Redakteurin für eine Newsseite wie msn.at sind diese drei Fähigkeiten ausschlaggebend:

·     umfangreiches Allgemeinwissen 

·     rasche Auffassungsgabe

·     ausgezeichnete Kenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik

 

Überschriften, die nicht zu viel verraten und damit Lust auf MEHR machen, sind das um und auf. Gleichzeitig sollte man den Leser nicht mit boulevardmäßigen Versprechen locken, die im Text nicht gehalten werden. Auch Journalisten machen Fehler – darum darf man sich nicht zu sehr darauf verlassen, dass die Inhalte der Medienpartner fehlerfrei sind. Als Redakteurin ist man selbst dafür verantwortlich Fehler zu erkennen und diese zu korrigieren. Das Gespür für Breaking News entwickelt man nach einer Zeit ganz von selbst. 

 

DIE ARBEIT ALS JOURNALISTIN UND TEXTERIN

Wenn ich gerade nicht in der MSN News-Redaktion eingeteilt bin, habe ich Zeit für andere Projekte. Bei diesen „anderen Projekten“ handelt es sich in erster Linie um Textaufträge (Blogartikel, Werbetexte, SEO-Texte, Web-Texte, Produkttexte, PR-Texte ...) und Lektorate für Agenturen und KMU’s. Eine Sache, die ich sehr zu schätzen weiß am Beruf der freischaffenden Redakteurin, ist die Abwechslung. Kein Tag gleicht dem anderen, weil es jede Woche neue News und neue Themen gibt und neue Menschen in mein Leben treten – sei es als Kunden, Partner oder Interviewpartner. Am Anfang der Selbstsändigkeit habe ich auch als „Ghostwriter“ gearbeitet, das habe ich aber schon bald wieder sein lassen. Auch wenn ich Schülern und Studenten gerne dabei helfe ihr Leben ein wenig einfacher zu gestalten, sollte man seine Abschlussarbeit dann doch selber schreiben, finde ich, denn “Karma is a Bitch” wie wir seit Guttenberg wissen.

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