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Salzburger Festspiele 2019

Die Salzburger Festspiele 2019

199 Aufführungen in 43 Tagen an 16 Spielstätten – die Salzburger Festspiele versprechen auch 2019 wieder ein hochkarätiges Veranstaltungsprogramm! Von 20. Juli bis 31. August hat das internationale Theaterpublikum die Gelegenheit sich an Oper, Schauspiel und Konzerten auf allerhöchstem Niveau zu erfreuen.

 

„Teilnehmen ist eine Kunst, wie es Peter Handke seinerzeit so treffend formulierte“ – mit diesen Worten eröffnet Langzeit-Festspielleiterin Helga Rabl Stadler die Pressekonferenz der Sommerfestspiele 2019. „Als Epizentrum des Besonderen konnte es uns 2018 gelingen, den Besucherrekord zu knacken“, führt sie weiter aus. An ihrer Seite: Intendant Markus Hinterhäuser, Kaufmännischer Direktor Lukas Crepaz sowie Schauspiel-Leiterin Bettina Hering und Konzert-Leiter Florian Wiegand. 

(c) Salzburger Festspiele / Anne Zeuner
Lukas Crepaz (links), Bettina Hering, Helga Rabl Stadler, Markus Hinterhäuser Florian Wiegand (c) Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

Leben wir in einer Welt, in der Mythen noch einen Bestand haben?

Diese Frage wird im diesjährigen Programm der Salzburger Festspiele von unterschiedlichen Gesichtspunkten erörtert. Hugo von Hofmannsthal sah in den Geschichten der Antike einen „magischen Spiegel“. So fern uns die Mythen der Vergangenheit manchmal scheinen – essenzielle Themen wie Krieg, Flucht, Opfer, Rachedurst, Schuld und Sühne beschäftigen die Menschen heute so sehr wie damals. „Jede Epoche hat einen Blick auf die Antike geworfen, um Erkenntnisse über sich selbst zu gewinnen“, so Markus Hinterhäuser. Für den Intendant endet 2019, gemeinsam mit den Themen der Vorjahre, eine Trilogie: Macht – Passion – Mythos. 

Oper: 5 Neuproduktionen, 2 Wiederaufnahmen

Eröffnet werden die Salzburger Festspiele 2019 mit Mozarts Idomeneo. „Wir müssen über die Zukunft sprechen. Die Zeit ist reif für eine ernsthafte Veränderung.“ das hat der junge Mozart bereits mit 25 Jahren erkannt. Das Dreamteam Teodor Currentzis und Peter Sellar – die bereits 2017 mit La clemenza di Tito für viel Begeisterung sorgten, setzen auch dieses Jahr eine Opera Seria in Szene. Die Premiere findet am 27. Juli in der Felsenreitschule statt. In Luigi Cherubinis Oper Médée steht eine starke Frau im Mittelpunkt. Für die Liebe ist sie bereit alles aufzugeben. Wie kommt es dazu, dass eine Mutter zur Kindsmörderin wird? Simon Stone schafft eine Neuinszenierung über diese faszinierende Figur. Die Premiere ist am 30. Juli im Großen Festspielhaus. George Enescus OEdipe, ein Meisterwerk der Opernliteratur des 20. Jahrhunderts, steckt voller Täuschungen und tragischer Zufälle. Achim Freyer, verantwortlich für Regie, Bühne und Kostüme, ist als Künstler in der Lage Welten zu erschaffen und das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Premiere ist am 11. August. Einen humorvollen Blick auf die Antike bietet schließlich Jaque Offenbachs Orphée aux enfers, am 14. August im Haus für Mozart. Giuseppe Verdis Simone Boccanegra, das einzige Stück das zeitlich nicht in der Antike verortet ist, gestaltet Andreas Kriegenburg. Premiere ist am  15. August. 

 

Wiederaufnahmen: 

  • Alcina - Georg Friedrich Händel 
  • Salome - Richard Strauss
Salome 2018: Asmik Grigorian (Salome) © Salzburger Festspiele / Ruth Walz
Salome 2018: Asmik Grigorian (Salome) © Salzburger Festspiele / Ruth Walz

Schauspiel: 1 Uraufführung, 3 Neuinszenierungen und "Jedermann" mit neuer Buhlschaft

Das Echo der Mythen spiegelt sich auch im Schauspielprogramm wieder. Das Theater-Aufgebot wird ergänzt durch vier Lesungen und eine Installation. Jugend ohne Gott mit Jörg Hartmann, bekannt aus der Fernsehserie „Tatort“, thematisiert  die Rücksichtslosigkeit der Menschen in totalitären Zeiten. Premiere ist am 28. Juli im Landestheater. „Das Fehlen von Empathie macht die Gesellschaft kaputt", so Mateja Koleẑnik. Sie inszeniert Maxim Gorkis Sommergäste. Das Haus des Rechtsanwaltes Bassow und seiner Frau gilt als sommerlicher Treffpunkt  der gehobenen Mittelschicht. Ärzte, Ingenieure und Schriftsteller trafen sich hier, um über Einsamkeit und den Sinn des Lebens zu sprechen. Premiere: 31. Juli. Ein Mensch, der sich seinem Schicksal selbst ausliefert und damit dem Fatalismus einen Freischein ausstellt, steht bei Molnár’s Liliom im Mittelpunkt. Regisseur Kornél Mundruczó ist vielfach ausgezeichneter Film- und Theaterregisseur. Premiere: 17. August, Perner-Insel. Theresia Walsers Die Empörten ist eine dunkle Komödie. Burkhard C. Kominski ist Intendant des Schauspiels. Die Uraufführung ist am 18. August im Landestheater. 

Der "Jedermann" 2019: Was ist neu?

Lange hat das Salzburger Theaterpublikum darüber gerätselt, wer wohl die neue Buhlschaft sein wird. Seit der Festspiele-Pressekonferenz ist die Katze aus dem Sack – Valery Tscheplanowa wird im Sommer mit Tobias Moretti im umstrittenen Festspielstück am Domplatz zu sehen sein. Die Doppelrolle Gesell und Teufel wird im kommenden Jahr Morettis Bruder Gregor Bloeb bestreiten.

Lesungen bei den Festspielen 2019

·     Zeitbrüche – ein russischer Abend mit Angela Winkler und Anatol Ugorski (Klavier) 

·     Monolog zum Sisyphos – ein Abendmahl von Albert Ostermaier mit Tobias Moretti im Restaurant M32

·     Mythos Orpheus und Eurydike – literarische Spurensuche mit Senta Berger und Ulrich Matthes im Mozarteum

·     Marathonlesung – Ulysses mit Volker Bruch, Corinna Harfouch, Burghart Klaußner und Birgit Minichmayr

·     James Joyce – Installation von Ruth Beckermann am Mozartplatz

Konzert: Szenische Aufführung, Konzertante Oper, 70 Konzerte, 4 Meisterklassen

Tränen, Klage und Traurigkeit sind zentrales Element der diesjährigen Konzerte. In der Ouverture spirituelle nimmt der Schmerz klangliche Gestalt an. Um das Wort der Trauernden zu Ohren zu bringen braucht es viele Chöre. Das Konzertprogramm vermag unsere Seele zu berühren, sei es in Orlando di Lassos Lagrime di San Pietro, bei Palestrina, Gesualdo und Bach, in der Musik Schostakowitschs oder bei Nono, Gubaidulina und Rihm. Das letzte Konzert Pascal Dusapins knüpft an die Idee der Mythen an. Hier wird der antike Stoff mit düsteren Zukunftsvisionen verbunden. Der vielbeachtete Fotograf stellt zudem Bilder in der Leica Galerie aus. Dirigent, Geiger, Musikologe – mit George Unesco, der für das Magnum opus OEdipe verantwortlich zeichnet, konnte ein absolutes Ausnahmetalent gewonnen werden. Wie jedes Jahr präsentieren die Wiener Philharmoniker wieder 5 Konzertprogramme der Extraklasse. Kammerkonzerte, Liederabende und Solistenkonzerte komplettieren die umfangreiche Palette erstklassiger Hörerlebnisse. 

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